thematisches Seitenbild

Was sagen andere über uns

  1. Eine Freikirche
  2. Gesunde Lebensführung
  3. Gewissens- und Religionsfreiheit
  4. Soziale Verantwortung
  5. Sabbat - Gottesdienst
  6. Ellen G. White - Bibel
  7. Selbstkritik

Eine Freikirche

„Adventisten (lat.) Glieder einer in den USA 1863 auf einer »Generalkonferenz« gegründeten evangelischen Freikirche.“ (Johannes Hanselmann/Uwe Swarat, Hrsg., Fachwörterbuch Theologie, 2. Aufl., Brockhaus, Wuppertal, 1996, S. 9)

„Die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten ist eine weltweit organisierte Freikirche.“ (Hansjörg Ehrke, Kleines Lexikon der Kirchen in Deutschland, 2. Aufl., PV-Medien, Karlsruhe, 2003, S. 121)

„In Deutschland sind die Siebenten-Tags-Adventisten beispielsweise Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) – damit sind sie eine Freikirche.“ (Andreas Fincke/Matthias Pöhlmann, Kompass Sekten und religiöse Weltanschauungen, Gütersloher Verlagshaus, 2004, S. 88)

„Wir empfehlen, dass die Lutheraner in dem jeweiligen nationalen und regionalen Umfeld ihrer Kirchen die Siebenten-Tags-Adventisten nicht als Sekte, sondern als Freikirche und weltweite, christliche Gemeinschaft behandeln. Diese Empfehlung gründet sich zum einen auf das adventistische Verständnis der Wassertaufe in Namen des Dreieinigen Gottes, einem Verständnis, das für Lutheraner bedeutet, dass diese Taufe gültig ist, wie auch ferner auf der gemeinsamen Überzeugung, dass ,wahre Christen auch in anderen Kirchen gefunden werden können‘ (siehe Kapitel II, Teil ,Ekklesiologie‘), eine Sicht, die mit CA VIII [Anm.: CA = Augsburger Bekenntnis von 1530] vereinbar ist.“ (Aus Adventisten und Lutheraner im Gespräch. Bericht über die Gespräche zwischen dem Lutherischen Weltbund und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, 1994-1998; in Dokumente wachsender Übereinstimmung. Sämtliche Berichte und Konsenstexte interkonfessioneller Gespräche auf Weltebene, Band 3, 1990-2001, Bonifatius, Paderborn, u. Lembeck, Frankfurt am Main, 2003, S. 94)

„Die Naherwartung hat anfänglich dazu geführt, die Adventisten eher den christlichen Sondergemeinschaften zuzurechnen. Doch erkennt die konfessionskundliche Forschung immer deutlicher, dass sie keine außerbiblischen Sonderlehren vertreten oder dem christlichen Bekenntnis zum dreieinigen Gott widersprechen. Sie erheben auch keinen Ausschließlichkeitsanspruch, sondern sind neuerdings darauf bedacht, mit anderen Kirchen in ein Gespräch einzutreten.“ (Reinhard Frieling/Erich Geldbach/Reinhard Thöle, Konfessionskunde, Kohlhammer, Stuttgart, 1999)

„Als evangelische Freikirche bejahen die Siebenten-Tags-Adventisten das vierfache reformatorische »allein«: allein die Heilige Schrift (als Glaubensquelle) – allein Jesus Christus (als das lebendige Wort Gottes und der Grund unserer Erlösung) – allein die Gnade (als Weg zum ewigen Heil) – allein der Glaube (der die Gnade empfängt).“ (Klaus Bannach/Kurt Rommel, Hrsg., Religiöse Strömungen unserer Zeit, Quell-Verlag, Stuttgart, 1991, S. 153).

Gesunde Lebensführung

„Großen Wert legen die Adventisten auf eine gesunde Lebensführung.“ (Jürgen Tibusek, Ein Glaube viele Kirchen, 2. Aufl., Brunnen, Gießen, 1996, S. 457)

„Auffallend und charakteristisch für die Siebenten-Tags-Adventisten ist der hohe Stellenwert der Gesundheitserziehung: Im Sinne des Wahlspruches ,Heilung und Heil sind eng verbunden‘ wird in Deutschland der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e. V. unterhalten, der beispielsweise eine Ausbildung zum ,Gesundheitsberater‘ vermittelt. Zahlreiche Kurse sollen hierbei das Bewusstsein für die Ganzheitlichkeit des Lebens wecken.“ (Hermann Ruttmann, Religionen – Kirchen – Konfessionen. Glaubensgemeinschaften in Marburg, REMID, Marburg, 1993, S. 175)

„Adventisten versuchen, ihren Körper aus Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Schöpfer in besonderer Weise gesund zu erhalten: sie sind oft vegetarisch orientiert und pflegen einen alkohol- und nikotinfreien Lebensstil.“ (Joachim Ritzka, Mit - Christen im Gespräch. Konfessionelle Vielfalt auf dem Gebiet des Bistums Aachen, Aachen, 1997, S. 19).

„Dem Achten auf die Gesundheit des Körpers, der ja der Leib, der Tempel Christi ist, wird erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet. Man ist früher vielleicht allzu schnell bereit gewesen, darin ein gesetzliches Verhalten der Siebenten-Tags-Adventisten zu sehen. Ich glaube aber, dass die Kirche an der Frage, wie sie zu Alkohol und Nikotin steht, unter den heutigen Kenntnissen, die wir davon haben, etwa der Geißel des Krebses, an einer Stellungnahme nicht vorbei kann. Man kann auf die Dauer nicht mehr jede Unentschiedenheit mit der Betonung evangelischer Freiheit abdecken.“ (P. Schwarzenau, Ein evangelischer Theologe spricht über die Siebenten-Tags-Adventisten, Wittgenstein-Verlag, Laasphe, 1978, S. 20)

„Für die Gesundheitsreform haben die Adventisten Vorbildliches geleistet (Krankenhäuser, ambulante Stationen, Schiffe und Flugzeuge im ärztlichen Dienst, Lebensmittelfabriken). Immer wieder haben medizinische Untersuchungen ergeben, dass die Adventisten die gesündeste Volksgruppe in den USA darstellen. So ist ihre Sterblichkeit an Krebs geringer, und die Mortalität aufgrund von Herz-Kreislauf-Leiden liegt gegenüber der übrigen US-amerikanischen Bevölkerung um 50 % niedriger.“ (Michael Klöcker/Udo Tworuschka, Religionen in Deutschland, Olzog, München, 1994, S. 57)

„Medizinische Untersuchungen haben ergeben, dass die Adventisten die gesündeste Subgruppe in der amerikanischen Gesellschaft sind. Alle Krankheiten, auch Krebserkrankungen, kommen bei ihnen signifikant weniger vor als in der übrigen Bevölkerung. Das hängt auch damit zusammen, dass sie keine in der Bibel als ,unrein‘ bezeichneten Speisen zu sich nehmen und sich aller Alkoholika, des Tabaks, der Drogen und des Medikamentenmissbrauchs enthalten.“ (Erich Geldbach, Freikirchen, 2. Aufl., Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2005, S. 318)

„Seit 1874 wird Weltmission betrieben. Zur adventistischen Mission gehören Verkündigung, Bildungswesen und Gesundheitsdienst. Hier zeigt sich der enge Zusammenhang von Rechtfertigung und Heiligung, von Glaube und Lebensführung.“ (Andreas Rössler, Kleine Kirchenkunde, Calwer Verlag, Stuttgart, 1997, S. 116)

Gewissens- und Religionsfreiheit

„Die räumliche Verbreitung der Mitglieder von Gemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten lässt zunächst erkennen, dass sie praktisch in allen Teilen Deutschlands gut und gleichmäßig vertreten sind. ... Nur in 104 Stadt- und Landkreisen sind keine Adventistengemeinden vertreten. Das ist ... die geringste Zahl aller hier behandelten Freikirchen. ... Die weitgehend flächendeckende Verteilung der Adventgemeinden in ganz Deutschland weist auf eine gezielte Strategie der Gemeindegründung hin. ... Die bereits in den Jahren 1965 bis 1969 von Vertretern der Adventisten und des Ökumenischen Rates der Kirchen geführten Gespräche stellten fest, dass den Adventisten der Vorwurf des Proselytismus nicht gemacht werden kann.“ (Reinhard Henkel, Atlas der Kirchen und der anderen Religionsgemeinschaften in Deutschland – eine Religionsgeographie, Kohlhammer, Stuttgart, 2001, S. 161, 162)

„Sehr wichtig ist die Betonung der Gewissensfreiheit. Diese Gewissensfreiheit bezieht sich einmal nach innen. Es ist jeder aufgefordert, der die Lehre der adventistischen Kirche nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, diese Kirche zu verlassen. Es werden also nicht Proselyten um jeden Preis gemacht, sondern das Gewissen muss frei sein. Mit dieser Gewissensfreiheit hängt zugleich zusammen, dass die Siebenten-Tags-Adventisten für eine unbedingte Trennung von Kirche und Staat eintreten.“ (P. Schwarzenau, Ein evangelischer Theologe spricht über die Siebenten-Tags-Adventisten, Wittgenstein-Verlag, Laasphe, 1978, S. 21)

„Auffallend ist das Engagement der Siebenten-Tags-Adventisten für die Menschenrechte, besonders die Religionsfreiheit. Eng mit den Siebenten-Tags-Adventisten verzahnt ist die 1949 in Paris gegründete ,Internationale Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit‘. Sie ist von der UNO, der UNESCO und dem Europarat als NGO anerkannt und ist bemüht, der Allgemeinen Erklärung über die Menschenrecht der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 Geltung zu verschaffen. Durch Kongresse, Kontakte mit Regierungen und Kirchen will man konkrete Probleme lösen oder so rechtzeitig eingreifen, dass Gesetze, die gegen die Religions- und Gewissensfreiheit verstoßen gar nicht verabschiedet werden. In diesem Sinn hat der Leiter des Instituts für Religionsfreiheit an der Theologischen Hochschule Friedensau, Dr. Harald Mueller, die Forderung der Bundesjustizministerin auf Einschränkung des Grundrechts auf Religionsfreiheit zurückgewiesen. Die Zeitschrift ,Gewissen und Freiheit‘ (im Jahr 2006 erschien Nr. 62) ist das Sprachrohr und wird in verschiedenen Sprachen publiziert.“ (Erich Geldbach, Die ökumenische Bedeutung der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in  »Mache Dich auf werde Licht!«. Festschrift für Konrad Raiser, Dagmar Heller, Christina Kayales, Barbara Rudolph, Gert Rüppell, Heinrich Schäfer, Hrsg., Lembeck, Frankfurt am Main, 2008, S. 186)

Soziale Verantwortung

„Trotz aller Parusieverzögerung, welche die Siebenten-Tags-Adventisten in ihrem bald 150jährigen Bestehen zur Kenntnis nehmen mussten, bleibt bei ihnen nach wie vor die Hoffnung vorhanden – und ist in der Praxis auch mit einer Fülle sozialer Aktivitäten gekoppelt –, dass die ersehnte Wiederkunft bald stattfinden wird. ... Auch heute findet sich in den Texten der Gemeinschaft die Aussage: ,Die Erfüllung der meisten prophetischen Aussagen [Anm.: der Bibel] sowie der gegenwärtige Zustand der Welt weisen darauf hin, dass Christi Kommen nahe bevorsteht‘ – ohne aber ein Datum zu nennen.“ (Hans Gasper/Friederike Valentin, Hrsg., Endzeitfieber, Herder, Freiburg, 1997, S. 36)

„Die Siebenten-Tags-Adventisten erwarten nach wie vor die Wiederkunft Christi, ohne allerdings ein konkretes Datum anzugeben. Entscheidend ist, dass Christus wiederkommt.“ (Michael Klöcker/Udo Tworuschka, Religionen in Deutschland, Olzog, München, 1994, S. 55)

„Zu den massiven Veränderungen der Siebenten-Tags-Adventisten gehört die Neuinterpretation endzeitlicher Vorstellungen. Die Anfangsgeschichte ist gekennzeichnet durch eine ,große Enttäuschung‘, weil sich die konkreten Berechnungen des zweiten Kommens Jesu, wie sie von William Miller (1782-1849) vorgenommen worden waren, nicht erfüllten. Die Adventisten, die aus dieser Krise hervorgingen, sind aber nicht in den Fehler verfallen, auf eine Naherwartung gänzlich zu verzichten, sondern haben an der biblischen Erwartung festgehalten. Hier liegt ein besonderer Beitrag, den die [Kirche der] Siebenten-Tags-Adventisten für die ökumenische Bewegung leisten kann. Oft will es scheinen, dass das, was für Jesus und das Urchristentum das Wichtigste war, nämlich die Erwartung des unmittelbar bevorstehenden Reiches Gottes, in den Kirchen und der ökumenischen Bewegung in Vergessenheit geraten, zumindest an den Rand gedrängt oder in das letzte Kapitel der Dogmatik (,von den letzten Dingen‘) verschoben ist. Von den Adventisten kann die ökumenische Bewegung lernen, dass der Glaube ohne die Naherwartung in der Versuchung steht, dem neuzeitlichen Machbarkeitswahn zu verfallen und zu meinen, das Reich Gottes bauen zu können. Wohl gemerkt: Es geht nicht darum, politisch-prophetisches Handeln und Reden der Kirchen und der ökumenischen Bewegung zurückzuweisen oder gar abwertend von einem ,Säkularökumenismus‘ zu sprechen. Vielmehr geht es um den christlichen Realismus, der davon ausgeht, dass Tun und Reden nur dann im Einklang sind, wenn alles von Gottes endzeitlichem Handeln abhängig bleibt.“ (Erich Geldbach, Die ökumenische Bedeutung der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in  »Mache Dich auf werde Licht!«. Festschrift für Konrad Raiser, Dagmar Heller, Christina Kayales, Barbara Rudolph, Gert Rüppell, Heinrich Schäfer, Hrsg., Lembeck, Frankfurt am Main, 2008, S. 183)

„Die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten versteht sich prinzipiell als weltzugewandt, da sie ja nicht die Weltzerstörung erwartet, sondern die Wiederkunft Jesu in diese Welt. Aus der Überzeugung der Siebenten-Tags-Adventisten, dass die gewalttätigen Verhältnisse nicht mit Gewalt zu bekämpfen sind, wird ein Gläubiger der Siebenten-Tags-Adventisten in der Regel den Kriegsdienst verweigern und stattdessen Ersatzdienst leisten. Die prinzipiell pazifistische Einstellung der Siebenten-Tags-Adventisten wird denn auch durch ein weit verzweigtes Wohlfahrtswerk untermauert.“ (Hermann Ruttmann, Religionen – Kirchen – Konfessionen. Glaubensgemeinschaften in Marburg, REMID, Marburg, 1993, S. 175)

„Die Siebenten-Tags-Adventisten unterhalten zur Konfliktbewältigung in der Welt ein ausgedehntes Wohlfahrtswerk und einen Katastrophen- und Entwicklungshilfsdienst, die ADRA (Adventist Development and Relief Agency).“ (Hermann Ruttmann, Vielfalt der Religionen am Beispiel der Glaubensgemeinschaften im Landkreis Marburg-Biedenkopf, REMID, Marburg, 1995, S. 112)

„Sie [Anm.: die Adventisten] ... verzichteten ... auf alle konkreten Zeitangaben. Durchgehalten hat sich aber die gespannte Wachsamkeit, das Leben im Warten auf den wiederkehrenden Herrn und das Bewusstsein, dass unsere Welt vergänglich ist. Dabei sind die Siebenten-Tags-Adventisten ein gutes Beispiel dafür, dass sich diese Grundhaltung nicht in einer Weltflucht niederschlagen muss. Mit ihrem weitverzweigten Schul- und Ausbildungssystem, ihren Krankenhäusern und Heimen, ihrer Gesundheitspflege (Raucherentwöhungskurse etwa) und ihren Reformprodukten wissen sich die Siebenten-Tags-Adventisten ... durchaus mitverantwortlich für die Gestaltung des irdischen Lebens.“ (Klaus Bannach/Kurt Rommel, Hrsg., Religiöse Strömungen unserer Zeit, Quell-Verlag, Stuttgart, 1991, S. 154f.).

„Es gibt keine religiöse Vorschrift, die Adventisten politisches Engagement untersagt. Zu allen wichtigen politischen Probleme beziehen sie Stellung. Sie verstehen sich als eine pazifistische Gemeinschaft. Die männlichen Mitglieder verweigern in der Regel den Kriegsdienst mit der Waffe. Wie viele Religionsgemeinschaften engagieren sie sich in der Entwicklungshilfe. Ein besonderes Anliegen ist das Eintreten für politisch Verfolgte und Flüchtlinge. In diesem Zusammenhang wird an das Alte Testament erinnert und die dort beschriebenen Leiden der heimatlosen und verfolgten Israeliten. Auch die Forderung Jesu, für Randgruppen einzutreten, wird zitiert. Jede Form von Rassismus und Nationalismus wird strikt abgelehnt. Adventisten setzten sich außerdem für die Religionsfreiheit ein und werben für religiöse Toleranz. Neuerdings widmen sich die Siebenten-Tags-Adventisten verstärkt dem Thema Umweltschutz. Der regelmäßige Aufenthalt in freier Natur gehörte seit jeher zu der von Ellen Gould White empfohlenen gesunden Lebensführung. Die Natur wird – wie der menschliche Körper – als Teil der Schöpfung betrachtet, die es zu ehren und zu bewahren gilt ... Das Beispiel der Adventisten zeigt, dass eschatologisches Denken auch und vor allem unermüdliches soziales Engagement begründen und legitimieren kann.“ (Thomas Hase, Leben in der Endzeit, in connection, 12/95, S. 54)

Sabbat - Gottesdienst

„Der jüdische Shabbat als siebenter Tag, als Ruhetag, wird von den Siebenten-Tags-Adventisten entsprechend dem Zeugnis des Alten und Neuen Testamentes am Samstag eingehalten – vom Sonnenuntergang am Freitag bis zum Sonnenuntergang am Samstag. Die allgemeinen christlichen Feiertag, wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten, werden ... nur verhalten gefeiert, das Erntedankfest hingegen hat einen hohen festlichen Stellenwert.“ (Hermann Ruttmann, Religionen – Kirchen – Konfessionen. Glaubensgemeinschaften in Marburg, REMID, Marburg, 1993, S. 174)

„Der gemeinsame Gottesdienst [Anm.: der Siebenten-Tags-Adventisten] spielt im Gemeindeleben eine zentrale Rolle. Er findet immer an einem Samstag statt. Die Gottesdienste unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von denen, die in einer katholischen oder evangelisch-lutherischen Kirche gefeiert werden. Schon der äußere Rahmen ist ein anderer. Die Versammlungsräume sind sehr schlicht gehalten. Es gibt keine Bilder oder religiöse Symbole, die den Raum zieren, nur manchmal ein einfaches Kreuz. Einige wenige Blumen und Kerzen schmücken den Saal. Anstelle des Altars befindet sich ein einfacher Tisch oder ein Lesepult. Das schlichte Äußere ist beabsichtigt. Die Adventisten wollen sich auf das Wesentliche eines Gottesdienstes konzentrieren und das ist für sie die Botschaft der Heiligen Schrift. Jede Art von rituellem Formalismus lehnen sie ab. Für sie besteht der Zweck des Gottesdienstes nicht darin, Gebote oder Regeln zu befolgen. Vielmehr geht es darum, sich mit der Botschaft der Heiligen Schrift auseinanderzusetzen und eine persönliche Beziehung zu Gott zu pflegen. Der Gottesdienst der Siebenten-Tags-Adventisten ist ein Wortgottesdienst. Eine feste Liturgie gibt es nicht. In der Regel dauert er zwei Stunden. Im Mittelpunkt stehen die sogenannte Bibelschule und die Predigt. Gemeinsam gesungene Lieder, Gebete und Mitteilungen aus Gemeindeleben bilden den Rahmen. In der Bibelschule erörtern die Gemeindemitglieder jede Woche gemeinsam eine bestimmte Passage aus dem Alten oder Neuen Testament. Die Gemeindemitglieder beteiligen sich engagiert an der Auslegung der behandelten Texte. Überhaupt hat man als Beobachter den Eindruck, dass die Anwesenden an dem, was im Gottesdienst geschieht, emotional »beteiligt« sind. ... »Beteiligung« zeigt sich auch bei den Mitteilungen aus dem Gemeindeleben. Auch hier kommen die Gemeindemitglieder zu Wort. Nicht selten münden die Berichte in emotionalen persönlichen Glaubensbezeugungen.“ (Steffen Rink/Martin Baumann, Religionen feiern. Feste und Feiertag religiöser Gemeinschaften in Deutschland, Diagonal-Verlag, Marburg, 1997, S. 73f.)

„Für sie selbst [Anm.: die Adventisten] bedeutet ,Sabbat‘ ein echtes Feiern: Arbeitsruhe, Gottesdienstbesuch und Gottesanbetung, Freude an der Schöpfung, Bauen am Reiche Gottes durch Gutes-Tun und Heilen, Beschäftigung mit geistigen und geistlichen Dingen und Entfaltung der höheren Anlagen des Menschen. ...  Vom adventistischen Ansatz her müsste man es so formulieren: Das Geschenk der Schöpfung und das Geschenk des Sabbats gehören unmittelbar zusammen. Das heißt, Gott, der dem Menschen die Erde anvertraute (1. Mose 1,28), wandte ihm auch jenen Segen zu, den das ,vollendete‘ und ,gute‘ Schöpfungswerk in sich birgt. Und er tat dies, indem er dem Menschen einen geheiligten ,siebenten Tag‘ gab. An jedem Sabbat darf dieser nun sich mit der ursprünglich guten Schöpfung wieder verbinden, darf gleichsam in den Urzustand wieder zurückkehren. Zugleich kann er eine Spur von der Ruhe der Vollendung (vgl. Hebr 3,7-4,11) und der ,herrlichen Freiheit der Kinder Gottes‘ (Röm 8,21) verspüren. Der Sabbat ist also urzeitlich und endzeitlich zugleich, ein Gedächtnis der Schöpfung und ein Gedächtnis der Erlösung. Diese Tiefendimension des Sabbatgebotes ist von der traditionellen Theologie offensichtlich noch nicht erkannt worden. Hier könnte die adventistische Sicht einen positiven Anstoß bedeuten.“ (Hans-Diether Reimer, Die Adventisten, in Rüdiger Hauth, Hrsg., ... neben den Kirchen. Gemeinschaften, die ihren Glauben auf besondere Weise leben wollen, 10. Aufl., Christliche Verlagsanstalt, Neukirchen-Vluyn, 1995, S. 190. 193)

„Die Sabbatheiligung wirkt auf den ersten Blick verwirrend. Warum sollte man sich über den Ruhtag streiten? Adventisten sehen die Schrift auf ihrer Seite. Christus als Mittler der Schöpfung ist auch in den Geboten des Dekalogs anwesend. Hier liegen noch ungehobene Schätze für die ökumenische Bewegung, weil die adventistische Sabbatheiligung mit ihrer fröhlichen und gelassenen Ruhe, aber auch ihrer abgeklärten Strenge der ,normalen‘ Sonntagsheiligung diametral entgegensteht und auffallende Parallelen mit dem Judentum zeigt. Wäre das nicht im jüdisch-christlichen Dialog fruchtbar zu machen?“ (Erich Geldbach, Die ökumenische Bedeutung der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in  »Mache Dich auf werde Licht!«. Festschrift für Konrad Raiser, Dagmar Heller, Christina Kayales, Barbara Rudolph, Gert Rüppell, Heinrich Schäfer, Hrsg., Lembeck, Frankfurt am Main, 2008, S. 185)

„Weil die Kinder am Sabbat die öffentlichen Schulen besuchen mussten, bauten die Siebenten-Tags-Adventisten in den USA und anderswo ein eigenes, der ganzheitlichen Pädagogik verpflichtetes Schulsystem auf.“ (Erich Geldbach/Peter Noss, Hrsg., Vielfalt und Wandel. Lexikon der Religionsgemeinschaften im Ruhrgebiet, Klartext Verlag, Essen, 2009, S. 306)

Ellen G. White - Bibel

„Den Siebenten-Tags-Adventisten wird vorgeworfen, ihre Lehren wesentlich aus den Visionen von Ellen G. White zu beziehen, deren Schriften und Visionen ja auch im Schrifttum der Siebenten-Tags-Adventisten Verbreitung finden. Dies wiederum bestreiten die Siebenten-Tags-Adventisten, indem sie beispielsweise darauf verweisen, dass das Ehepaar White bereites 1846 den Sabbat geheiligt hätte, während die entsprechende Vision von Ellen G. White, die diese Heiligung bestätigte, sich erst 1847 ereignet habe. Ebenso habe Ellen G. White sich immer dagegen verwehrt, ihre Visionen und Schriften als der Bibel gleichwertig zu betrachten und selbst immer die Bibel als letzte Instanz bei Lehrfragen angesehen. Ihre Visionen hingegen seien  dazu geeignet, die bereits offenbarten Wahrheiten des Wortes Gottes ,lebendig in das Herz einzugraben‘.“ (Hermann Ruttmann, Vielfalt der Religionen am Beispiel der Glaubensgemeinschaften im Landkreis Marburg-Biedenkopf, REMID, Marburg, 1995, S. 111)

„Im Dialog des Reformierten Weltbundes mit den Siebenten-Tags-Adventisten (2001) wurde unter dem Titel ,Gegenseitige Missverständnisse und Klarstellungen‘ die Frage gestellt: ,Fügen Adventisten dem biblischen Kanon etwas hinzu?‘ Die Adventisten glauben, ,dass die biblische Gabe der Weissagung sich im Leben und Dienst von Ellen G. White erwiesen hat‘. Sie ,halten jedoch beharrlich an dem Sola-Scriptura-Prinzip fest‘, so dass auch das Schrifttum der modernen Prophetin am Maßstab der Bibel zu prüfen ist.“ (Peter Gemeinhardt, Der biblische Kanon als ökumenisches Problem, in Materialdienst des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim, Juli/August 2009, S. 67f.)

„Das Verhältnis von Heiliger Schrift und den Schriften Ellen G. Whites wird weiterhin so bestimmt, dass ,mit prophetischer Dringlichkeit‘ von der Heiligen Schrift her Weisungen für das geistliche und sittliche Leben der Adventgemeinde gegeben werden. Der Zweck der Schriften Whites besteht nicht in einer Ergänzung der Heiligen Schrift. Sie dienen auch nicht als Lehrgrundlage oder als Ersatz für die Heilige Schrift und stehen mit dieser nicht auf einer Stufe. Die Bibel gilt vielmehr als maßgebende Offenbarungsquelle und alleinige Grundlage des Glaubens. Die Siebenten-Tags-Adventisten wollen damit das reformatorische ,sola scripura‘ für sich gelten lassen. ... Dennoch sind die Schriften der White nicht einfach Schriften, die gut und nützlich zu lesen wären. Sie gelten trotz einer freizügigen Nutzung literarischer Quellen, die zu dem Vorwurf des Plagiats geführt hat, als vom Geist der Weissagung inspiriert. Gleichwohl sollten die eindeutigen Aussagen zur Bedeutung der Heiligen Schrift als ,normierende Norm‘ den Vorwurf verstummen lassen, die Siebenten-Tags-Adventisten beriefen sich auf außerbiblische Offenbarungsquellen.“ (Erich Geldbach, Die Adventisten – eine konfessionskundliche Einordnung, in Materialdienst des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim, Mai/Juni 1992, S. 49)

Selbstkritik

„Es [gibt] bei den Adventisten viel Raum für offene und ehrliche Selbstkritik. Vor starrer Gesetzlichkeit, falscher Sicherheit und Selbstzufriedenheit wird ebenso gewarnt wie vor Rechthaberei, Lieblosigkeit oder gar Richtgeist gegenüber Andersdenkenden. Und solche immer wieder laut werdenden Stimmen predigen nicht ,tauben Ohren‘. Denn es gibt bei den Siebenten-Tags-Adventisten nicht nur eine starke geistige und geistliche Regsamkeit unter den Gemeindemitgliedern und demzufolge eine weitgehende Verwirklichung des ,allgemeinen Priestertums der Gläubigen‘, sondern auch eine dem Pietismus verwandte Frömmigkeit, die eine persönliche Gemeinschaft mit Jesus und den Wandel in Seiner Nachfolge betont. Dadurch blieb der Adventismus auch davor bewahrt, zu einem autoritären, sich selbst zum unfehlbaren Maßstab setzenden System zu entarten.“  (Hans-Jürgen Twisselmann, Die Adventisten, Bundes-Verlag, Witten, 1970, S. 22)

„Die Adventisten in Deutschland und Österreich haben zum 60. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 eine gemeinsame ,Erklärung‘ veröffentlicht. Darin beklagen sie, dass der Krieg von diesen Ländern ausging, die Siebenten-Tags-Adventisten den Charakter der NS-Diktatur nicht rechtzeitig und deutlich genug wahrgenommen und das widergöttliche Wesen der NS-Ideologie nicht klar erkannt haben. Erstmals wird hier in einer Freikirche beklagt, dass sie in ihren Veröffentlichungen Adolf Hitler gehuldigt und der rassischen Ideologie des Antisemitismus in heute unfassbarer Weise Ausdruck gegeben hat. In der Gemeinschaft mit den Völkern, die ,Komplizen des Rassenwahns‘ geworden sind, der sechs Millionen Juden und Angehörige anderer Minderheiten in ganz Europa Freiheit und Leben kostete, haben auch Siebenten-Tags-Adventisten ,an der Not und dem Leid ihrer jüdischen Mitbürger keinen Anteil‘ genommen. Der konkreten Benennung des Versagens folgt das Bekenntnis von Schuld und die Verpflichtung für ein Eintreten gegen Krieg und Vergessen. Der Gehorsam gegenüber der staatlichen Obrigkeit dürfe nicht zur Preisgabe von biblischen Überzeugungen und Werten führen. Erstmals hat hier eine Gemeinschaft über Ländergrenzen hinweg gesprochen, indem sie eine deutsch-österreichische Erklärung abgab. Die Adventisten beider Länder sehen sich in der gleichen Verantwortung und haben durch ihre leitenden Persönlichkeiten gemeinsam das Dokument unterzeichnet.“ (Karl Heinz Voigt, Schuld und Versagen der Freikirchen im „Dritten Reich“. Aufarbeitungsprozesse seit 1945, Lembeck, Frankfurt am Main, 2005, S. 68f.)

© Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern

ADRAAdventverlagAdvent-Wohlfahrtswerk Bundesstelle (AWW)Theologische Hochschule FriedensauKrankenhaus WaldfriedeMedienzentrum Stimme der HoffnungDeutscher Verein für Gesundheitspflege (DVG)Schulzentrum Marienhöhe