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Fünf Handlungsfelder der Kirche in Bayern

25.02.2015 00:39 | Bayern | von Wolfgang Dorn

In der neuesten Ausgabe seines Mitteilungsblattes stellt der Vorstand der Freikirche der Siebenten-Adventisten in Bayern fünf Handlungsfelder seiner Arbeit vor. Damit folgt das Leitungsgremium einer Beauftragung durch den Landesausschuss am 21. April 2013.

Starke Ortsgemeinden sind die Basis der Adventbewegung. In Bayern gibt es ca. 70 adventistische Ortsgemeinden. Sehr unterschiedliche Gemeinden in Bezug auf Größe, Mitgliederzahl, Gästebesucher, Kinder- und Jugendarbeit und theologische Schwerpunkte der einzelnen Geschwister. Starke Ortsgemeinden entstehen nicht zufällig. Genauso wie ein guter Teig für Waffeln bestimmte Zutaten benötigt, sind auch für die Entstehung und das Wachstum von Ortsgemeinden wesentliche „Zutaten“ wichtig. Vorstand Wolfgang Dorn stellt die seiner Meinung nach wichtigen fünf Säulen von starken adventistischen Ortsgemeinden vor. 

1. Anbetung
Das Bedürfnis nach Anbetung ist verankert in unserer „adventistischen DNA“. Schon in der Botschaft der drei Engel in Offenbarung 14,7 lesen wir: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre; denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen! Und betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen!“ Wir geben Gott die Ehre und Gott soll der Mittelpunkt der Gemeinde sein. Kern unserer Botschaft sind nicht unsere eigene Organisation, unsere Strukturen oder unsere Geschichte. Wir möchten Menschen durch die Anbetung in eine persönliche Beziehung zu Gott führen. Die Geburt einer solchen Beziehung ist im Neuen Testament die Bekehrung. In diesem Ereignis handelt Gott, und wir sind lediglich „Geburtshelfer“. Durch unsere Veranstaltungen und Gottesdienste, unsere verschiedenen Dienste und Ausschüsse legen wir Wert darauf, einen Rahmen der Anbetung und Gottesbegegnung zu schaffen. Für alle Generationen und Nationen. Diesen Auftrag hat uns Gott durch seinen Geist gegeben.

 2. Evangelisation 
Starke Ortsgemeinden suchen und finden Wege, um Menschen Orientierung zu geben. Aus der Position des Suchens heraus sind wir gemeinsam auf dem Weg mit Gott und laden andere Menschen ein, Christen und Adventisten zu werden. Wir orientieren uns dabei an den Bedürfnissen der Menschen. Evangelisation ist nicht in erster Linie eine Strategie, um Mitglieder zu gewinnen, sondern der Plan Gottes, das ganze Evangelium bekannt zu machen. Das Evangelium ist die gute Nachricht von der Menschwerdung Gottes, vom Loslassen von Bindungen und Belastungen, von der Vergebung von Schuld, vom Neuanfang und von einer neuen Identität in Christus.

 3. Gemeinschaft
Adventistische Ortsgemeinden bilden eine Familie, in diejeder einbezogen wird. Die Integration von Menschen auf der Grundlage unserer eigenen Unzulänglichkeiten ist das Fundament christlicher Gemeinschaft. Ortsgemeinden sind eine Gemeinschaft von „gebrochenen“ Sündern, die andere Menschen zu einem gemeinsamen Weg des Heils und der Heilung einladen. Die Zusage Gottes der bedingungslosen Annahme eines jeden Menschen ist unser Vorbild. Wir möchten Kinder, Jugendliche, sozial Benachteiligte, Arme, Reiche, Progressive und Konservative auf der Basis des biblischen Wortes in unsere Familie der Gläubigen einladen. Es ist eine Gemeinschaft der nteilnahme und des aktiven Mitgestaltens. Der Wert der Gemeinschaft ist auch im Hinblick auf unser Verständnis von Endzeit und den „Übrigen“ nicht wegzudenken. Durch diese Gemeinschaft erfahren wir Gottes Gegenwart und seine Führung. Tendenzen der Trennung und Spaltung widersprechen unserem adventistischen Grundverständnis und zerstören Ortsgemeinden.

 4. Nachfolge
Wachstum im Glauben und der Jüngerschaft erleben wir in der Ortsgemeinde in der Beziehung zu unseren geistlichen Geschwistern. Hier ist der Rahmen und der Ort für Siege und Niederlagen, Höhen und Tiefen im christlichen Glauben. Wir feiern gemeinsam die Siege und trösten uns gegenseitig bei Niederlagen. Nachfolge bedeutet, den Weg des Glaubens gemeinsam zu gehen. Wir stehen in egenseitiger Abhängigkeit – und offenbar ist diese Wechselwirkung von Gott so eingerichtet. Der „Kampf des Glaubens“ findet nicht im einsamen Kämmerlein statt oder in der Weltpolitik, sondern auf der Bühne des Lebens. In der Ortsgemeinde ist diese „Bühne“ der Platz von Versuchen und Fehlern, von Suchen und Finden, von Fortschritten und Rückschlägen. Dort, wo wir diesen Weg miteinander in der Nachfolge teilen, findet echtes geistliches Wachstum statt. Es beendet das geistliche „Theaterspielen“ und die Heuchelei, die Jesus so oft kritisiert hat. 

5. Diakonie
Im diakonischen Auftrag wird die Liebe Gottes praktisch umgesetzt. Adventisten sind Menschen, die sich kümmern. Wir wollen uns um Menschen und ihre Nöte kümmern. Gut gelingt es auf der höheren Ebene: Wir sind stolz auf unsere Einrichtungen im Adventwohlfahrtswerk, DVG und bei ADRA. Aber alle diese Einrichtungen erreichen ihre eigentliche Stärke nur in der Verbindung mit der Ortsgemeinde. Starke Ortsgemeinden nehmen den diakonischen Auftrag ernst und halten nicht nur eine alte Struktur aufrecht. Menschen kümmern sich um Menschen. Dieses Kümmern ist ein Beispiel für das Handeln Gottes an uns Menschen. Er wurde Mensch, weil er sich um uns kümmert. Durch den Heiligen Geist tut er dies bis in die Gegenwart.

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