Andachten

Andacht

Andacht 15.05.2018

15. Mai 2018 | Friedhelm Klingeberg

Andacht 15.05.2018

Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist.

„Lieber Herr Klingeberg, mit der vegetarischen Er­nährung klappt’s bei mir noch nicht. Ist Salami von Rind und Kalb auch okay?“ Wer so fragt, der nimmt seinen Glauben wirklich ernst, und das ist gut so. Es ist nämlich niemals ein Fehler, Gottes Wort tatsäch­lich für alle Bereiche unseres Lebens gelten zu lassen, und Essen und Trinken gehören elementar dazu. Des­halb fordert der Apostel Paulus uns an anderer Stelle auch ausdrücklich auf: „Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre.“ (1 Kor 10,31)

Er wusste ganz sicher, worüber er schrieb, denn mit Fug und Recht konnte er von sich selbst sagen, ein wahrhaft orthodoxer Pharisäer gewesen zu sein und in jeder Hinsicht auch entsprechend gelebt zu haben. Er wusste, worauf es ankam und was wirklich zählte. Niemand hätte ihm jemals vorwerfen können, ein Liberaler zu sein. Umso mehr erstaunt und überrascht es, dass auch unser heutiger Bibeltext aus der Feder dieses Apostels stammt. Er, dem die biblischen Ernäh­rungsgrundsätze aus 3. Mose 11 - deren Aktualität sich im Übrigen heute auf erstaunliche Weise entfaltet - sicher von Kindheit an in Fleisch und Blut überge­gangen waren, setzt plötzlich einen ganz anderen Schwerpunkt: Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken!

Manchen Frommen unserer Tage mag solch ein Satz schwer verstören. Dabei bringt er nur eine ebenso einfache wie tiefe Wahrheit des Evangeliums auf den Punkt: Wir beide, du und ich, werden nicht erlöst, weil wir uns möglichst gesund ernähren. Unsere Erlösung ist Gottes freies Geschenk an uns.

Je mehr wir auch nur bruchstückhaft erfassen, was es mit diesem Geschenk auf sich hat und wie hoch der Preis war, den Christus auf Golgatha für uns be­zahlt hat, umso intensiver werden wir den Wunsch verspüren, so eng wie möglich mit ihm verbunden zu sein. Paulus sagt: Genau das ist der Punkt, auf den es wirklich ankommt (Phil 3,7ff). Deshalb: Reib dich nicht auf in dem Bemühen, unbedingt ein Vegetarier zu werden - aber setz alles daran, fröhlich, konse­quent und voll Vertrauen in jeder Hinsicht dem Vor­bild und Beispiel deines Erlösers zu folgen und ein Jünger Jesu zu werden, der diesen Namen wirklich verdient. Genau das wünsche ich dir heute von Her­zen, denn es ist das Einzige, was wirklich zählt.

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